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28 Jun, 2017
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HÖHLENTOUR

Die König-Otto-Tropfsteinhöhle ist mit einer Gesamtlänge von ca. 450m eine eher kleine Schauhöhle, die jedoch auf den geführten, knapp 300m Ganglänge den Besuchern eine Fülle steinerner Schönheiten bietet, die wohl von keiner anderen Schauhöhle Deutschlands erreicht oder gar übertroffen wird. Außerdem ist diese Höhle die einzige Schauhöhle des Franken Jura, die - nach Anmeldung - auch von Behinderten im Rollstuhl erlebt werden kann.

Wie kaum eine andere Tropfsteinhöhle hat die König-Otto-Tropfsteinhöhle Zeugnisse ihrer mehphasigen Entstehungsgeschichte bewahrt. Einige Entwicklungsstufen sind auch heute noch für Besucher erkennbar und belegen anschaulich, dass diese Höhle kein Endprodukt ist, sondern immer noch "lebt" und sich weiter entwickelt - allerdings in einer Geschwindigkeit weit entfernt von der menschlichen Lebenserwartung.

Der Weg in die Höhle

Nach einem Abstieg über 47 Treppenstufen,

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(mit im Handlauf beleutentenden LED-Technik) erreicht man - nach passieren der zuerst entdeckten Federlhöhle - die Königsgrotte, den ältesten Teil der Höhle. Er ist gleichzeitig auch der Teil, der schon seit einigen Jahrzehnten als Schauhöhle genutzt wird. Doch selbst die teilweise verrußten Tropfsteine dieses "alten", einst durch Fakeln erleuchteten Höhlenteils zeigen einen beindruckenden Formenreichtum.

Hierbei erinnern besonders die dicken Stalagnaten (mit der Decke zusammengewachsene Stalaktiten und Stalagmiten)


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eher an eingewachsene Baumstämme als an kalkige Absätze. Daher wird dieser Teil auch Niederwaldgrotte genannt.

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Heute ist dieser Teil der Königsgrotte völlig trocken, während es um den benachbarten, imposanten "Bismarck"

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- abhängig von den Jahreszeiten - lebhaft tropft. Helle Flecken kalkiger Tapeten auf den vielen Stalagmiten geben Zeugnis von anhaltender, aktiver Sinterbildung. Die "Schatzkammer" enthält ein Wasserbecken.

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Es wird genährt durch abrinnende Wasserfilme von Wänden und Tropfstellen. Deren gelöste Kalkfracht hat sich bereits als weiß- bis gelbliche Kalktapeten auf die grauschwarzen Stalagmiten der Fackelführungszeit gesetzt.

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 Über den Rundweg durch die Niederwaldgrotte gelangt man zurück zum "Bismarck". Von dort führt der Weg entlang einer sinterarmen Strecke,

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die eindrucksvoll den Charakter dieser Versturzhöhleerkennen lässt. Riesige Gesteinsblöcke kennzeichnen die König-Otto-Höhle als Sonderfall der fränkischen Höhlen, da sie nicht - wie die meisten Höhlen - durch Kalklösung (Verkarstung) entlang strömender, unterirdischer Bäche/Flüsse entstanden ist. Eine derartige Höhlemuss in einem tieferen Stockwerk unter der heutigen König-Otto-Höhle existiert haben, die durch Felsbewegungen während der Umgestaltung der fränkischen Kalktafeln eingestürzt ist. Diese könnte durchaus lang vor Einsetzen der Eiszeit geschehen sein.

Gegenseitiges Verkeilen nachstürzender, mitunter sehr großer Felsblöcke ließ die heutigen Räume der König-Otto-Tropfsteinhöhle entstehen, die seither durch "verkleben" mit Sinterkrusten sicher fixiert und stabilisiert wurden. Zeugnisse sind die völlig ungeordnet von der Decke herab hängenden Sinterröhrchen,

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deren Vielzahl den gesamten Deckenbereich als sehr durchlässige, aber durch Sinter stabilisierte Schuttzone kennzeichnet.

Unterwegs kann man auch einige Tierarten entdecken, wie z.B. der Höhlenspinne und seine Cocoons (meistens am Höhleneingang), oder auch verschiedenen Fledermausarten.

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Im Verlauf des teilweise in mächtige Bodensinter "geschlagenen" Weges passiert man links die kleine Traubenkammer, ein tiefer gelegene, ehemals wassergefüllte Kammer, die vollständig mit knolligem Sinter ausgekleidet ist. Anschließend gelangt man durch das "Tor" in die erst 1972 entdeckte Adventhalle, die den absoluten Höhepunkt der Führung durch die König-Otto-Höhle bildet.

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Der Besucher betritt einen hellen, leicht cremefarben beleuchteten Höhlenraum mit einer unglaublichen Vielfalt von Tropfsteinbildungen. Kalkreiche Wasserfilme sind über lange Zeit an den verkeilten Versturzblöcken herabgelaufen und haben dabei Wandsinter abgeschieden, die wie Gardinenstores aussehen und vereinzelt noch heute erkennbar sind.

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Diese Phase der Höhlenstabilisierung ließ auch am Boden Sinterkrusten entstehen, die zu einer völligen Plombierung des Höhlenbodens führten. Durch diese gute Abdichtung konnte sich in diesem Höhlenabschnitt ein etwa 3-4m tiefer See bilden, an dessen seitlichen Wänden (den Gardinenstores) Kristallrasenaus Kalkspat aufwuchsen. An der Grenze Wasser zu Höhlenluft entlang dieser Wassersinter entwickelten sich Sinterwülste, die als horizontale Girlanden die Adventhalle durchziehen und fosille (ehemalige) Wasserstände markieren. -> Absolut Sehenswert!

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Schließlich fand das Wasser doch einen schmalen Durchgang nach unten und ganz allmählich sank der Wasserspiegel. Die nun freiliegenden Kalkkristalle wurden über lange Zeiten hinweg vom Kalk der abrinnenden Wasserfilme zu "knubbeligen" Knollen umgewandelt, die weite Wandbereiche überziehen (diese kleiden auch die Traubenkammer aus). Nach dem Trockenfallen des einstigen Sees wuchsen zahlreiche, mitunter sehr dicke Stalagmiten auf dem ehemaligen Beckenboden.

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Es folgten noch mindestens zwei weitere Wasserbeckenphasen. Kenntlich sind diese an der Verbreitung der Knollensinter, die auch auf Teilen der Stalagmiten zu finden sind. Die letzte Phase hat dann Kristallrasen hinterlassen.

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Hier einigen Bildern die einen Eindruck von der Sintervielfalt der Adventhalle vermitteln.

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Über einen bergmännisch aufgefahrenen Ausgang

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verlassen Sie - sicher beeindruckt - dieses Kleinod der Oberpfalz, und genießen dann den herrlichen Biergarten mit Blick auf den Hochseilgarten.

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Text mit frdl. Gen. Prof. G. Tietz